Dienstag, 04 Juni 2019 20:48 geschrieben von 
Reizvolle Topographie oder teurer Baugrund? MESSERSCHMIDT

Eine überhastete und unüberlegte Planung will sich die Gemeinde Fleckeby nicht vorwerfen lassen. Sie will wachsen und Wohnraum schaffen, aber nicht um jeden Preis und nicht an den Bürgern vorbei die Entwicklung vorantreiben. Mit ihrem mittlerweile dritten Bürgerforum sollen die Einwohner auf dem Weg dorthin mitgenommen werden. Gut 50 Interessierte waren es am Dienstagabend im Feuerwehrhaus, die sich über den aktuellen Stand der Planung informieren wollten.

Bürgermeister Rainer Röhl (FWG) berichtete von zahlreichen Gesprächen mit den Fraktionsspitzen und auch der Bürgerinitiative „Unser schönes Dorf“, mit der es nicht nur eine deutliche Annäherung gegeben habe, sondern mit der die Gemeinde auch gemeinsam alternative Flächen zu der an der Kreisstraße in Götheby gelegenen Fläche (Nr. 3, s. Grafik) für eine Bebauung ausgeguckt hat.

Favorit der Gemeinde war lange Zeit eine rund sechs Hektar große Fläche östlich der Krogkoppel im Ortsteil Götheby. Wie Rainer Röhl mitteilte, werde der Eigentümer aber nun etwa die Hälfte selber nutzen, so dass der Gemeinde nur noch etwa drei Hektar zur Verfügung stünden. Die Bürgerinitiative lehnt diese Fläche für eine Bebauung kategorisch ab. Eine Ausdehnung in Richtung Hummelfeld würde die Zersiedelung des Dorfes beschleunigen, Götheby würde zu einer Enklave werden. „Wir müssen den Dorfkern verjüngen“, appellierte Greve-Wegner an die Verantwortlichen. Auch viele Bürger sehen das so. Thies Meeves: „Götheby wird zum Pendlerdorf mit langen Wegen, in Fleckeby hingegen finden soziale Begegnungen statt.“

Also müsse im Ortsbereich Fleckeby nach Baugrund gesucht werden. Und der könnte auch gefunden worden sein. „Schon vor rund 50 Jahren hatten die Verantwortlichen in der Gemeinde einen äußeren Ring als Abschluss des Dorfes vorgesehen“, berichteten Friedrich Nissen und Greve-Wegner. Die Stichstraßen dorthin und auch die Versorgungsleitungen seien vorhanden. Dabei geht es um eine gut 1,6 Hektar große Fläche zwischen Sofeld und Lehmberg (2) und eine zwei Hektar große Koppel in der Verlängerung der Vorrade (1). Beide Flächen gehören dem selben Eigentümer und der sei bereit, zu verkaufen, teilte Greve-Wegner mit. Das seien die eindeutig besseren Flächen für eine Bebauung, sind er und Nissen überzeugt. Die nach ihrer Auffassung „reizvolle Topographie“ könne aber auch das Bauleitverfahren ausbremsen. Zum einen rechnet Rainer Röhl mit höheren Erschließungskosten, zum anderem, und das ist die höhere Hürde, muss die Gemeinde beim Kreis die Entlassung aus dem Landschaftsschutz beantragen. Ein Verfahren, das äußerst langwierig sein wird und das nicht auf jeden Fall von Erfolg gekrönt sein muss. „Wir werden für jede Fläche die Kosten der Erschließung ermitteln“, kündigte der Gemeindechef an, so könnten die Bauwilligen über die unterschiedlichen Grundstückspreise informiert werden.

Für Einwohnerin Susanne Wiedemann ist es wichtig, dass die Gemeinde nicht nur ein neues Baugebiet schaut, sondern auch Wohnraum zur Miete schafft, um es älteren Bürgern zu ermöglichen, im Ort zu bleiben. „Es gibt Planungen dazu“, versicherte Röhl, konkret könne er aber wegen der laufenden Verhandlungen nicht werden. Neben der Bauleitplanung stehe die Gemeinde auch noch vor anderen Herausforderungen, betonte er und nannte den Bau des Gesundheitshauses und die Planungen für eine Sporthalle. So nachvollziehbar die Vorstellungen der Bürger von einer Dorfidylle auch seien, „wir können aus Fleckeby kein Bullerbü machen“, so Röhl.

Über die weitere Vorgehensweise in punkto Bebauung wird es am 11. Juni im Bauausschuss und am 20. Juni im Gemeinderat gehen.

Quelle

  Eckernförder Zeitung vom 27.05.2019, Achim Messerschmidt

Letzte Änderung am Freitag, 07 Juni 2019 10:04
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