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Montag, 25 März 2019 19:13 geschrieben von 

Mit mehr als 40 Besuchern war das Interesse an der Gemeindevertretersitzung im „Casa Nostra“ groß. Die überwiegende Mehrheit wollte wissen, wie es in Sachen Baugebiet in Fleckeby weitergeht. Doch dafür gab die Tagesordnung wenig her. Aus der Beratung im nicht-öffentlichen Teil erfuhren die Bürger dann aber, dass ein Beschluss der Gemeindevertretung ausgesetzt wurde – bis zum 29. Februar 2020, wie Bürgermeister Rainer Röhl (FWG) gestern unserer Zeitung mitteilte. Um welchen Beschluss es sich konkrete handele, durfte Röhl nicht sagen.

Die Aussetzung bedeutet aber, dass eine Bebauung der Krogkoppel oder auch einer anderen Fläche nicht zeitnah anstehe. Das heißt aber auch, so Röhl, dass es etwa drei Jahre dauern werde, bis gebaut werde könne. Das müsse er den vielen jungen Familien, die Interesse bekundet hätten, auch sagen. Man habe aber nun Zeit, Gespräche, vor allem mit der Bürgerinitiative, zu führen, um diese in die weitere Planung miteinzubinden.

Die Einwohner Thies Meeves und Kerstin Hoffmann lobten zu Beginn der Sitzung das ehrenamtliche Engagement der Gemeindevertretung und deren Bestreben, die Bürger bei der Dorfentwicklung zu beteiligen. Susanne Wiedemann und Helge Petersen stehen einem Baugebiet in der Krogkoppel kritisch gegenüber. Wiedemann wies auf die zunehmende Versiegelung von Flächen im Land hin, Petersen erinnerte an die demographische Entwicklung, die eine älter werdende Bevölkerung prognostiziert. Wohnraum einseitig für junge Familien auszuweisen, sei also fehl am Platz.

Auf einem dritten Bürgerforum wird die SPD ihr Konzept einer Dorfentwicklung vorstellen. Dieses sieht neben einer begrenzten Bebauung in der Krogkoppel auch den Appeljord für eine Erschließung vor (wir berichteten). Auch die CDU-Fraktion will dann liefern. Sie schlägt beispielsweise einen Anbau für das Bürgerzentrum vor, um Vereinen Raum zu geben und das Areal gegenüber dem Sportplatz für den Bau eines Feuerwehrgerätehaus.

Während für ein größeres Baugebiet noch längst nicht alles in trockenen Tüchern ist, ist die Gemeinde mit zwei Grundstücken im Ort schon deutlich weiter und hat die Planung für die beiden ungenutzten Grünflächen auf den Weg gebracht. Beide waren als Spielplätze geplant, diese wurden aber nie realisiert.

Da ist zum einen ein etwa 450 Quadratmeter großes Grundstück im Süden der Gemeinde im Bereich Lehmberg und ein 690 Quadratmeter großes Grundstück südlich der Straße Vorrade. Eine Bebauung soll aber Herbst möglich sein. Die Gemeinde beabsichtigt, die Grundstücke an ortsansässige Familien mit Kindern zu vergeben, die erstmals bauen möchten. Auch ehrenamtliches Engagement wird gern gesehen.

Die CDU-Fraktion hatte auf der Sitzung beantragt, die Grundstücke per Losverfahren an Ortsansässige zu vergeben, das sichere ein „faires Verfahren“, sagte Patrick Ziebarth. „Die Gemeindevertretung sollte entscheiden“, hielt Dr. Reiner Herzog (FWG) dagegen. Als demokratisch gewähltes Gremium sei sich der Gemeinderat durchaus seiner Verantwortung bewusst und wolle die Vergabe der Grundstücke nicht dem Zufall überlassen. Der CDU-Antrag wurde mehrheitlich angelehnt.

Beschlossen wurde die Trennung der Toiletten für Restaurantgäste und den Sportverein. Damit sollen auch die Zuständigkeiten klar geregelt sein. Die Kosten für den Umbau betragen rund 2700 Euro. Eine Beteiligung des Sportvereins wird gewünscht und erwartet, heißt es in dem Beschluss.

Quelle: www.shz.de, Eckernförder Zeitung vom 22.03.2019, Achim Messerschmidt

Letzte Änderung am Mittwoch, 27 März 2019 07:46
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