Eine Adresse für Schwalben

Montag, 04 Juni 2018 21:09 geschrieben von 
DIE SCHWALBEN HABEN ES SCHWER. VIELERORTS VERSCHWINDEN NISTPLÄTZE FÜR DIE VÖGEL. DIE SCHWALBEN HABEN ES SCHWER. VIELERORTS VERSCHWINDEN NISTPLÄTZE FÜR DIE VÖGEL. RAINER JENSEN /DPA

Nabu zeichnet schwalbenfreundliche Hausbesitzer aus / Plakette für Fleckebyerin Angela Fuß

Die kleinen Flugkünstler gelten als Glücksbringer und sind die Vorboten des Sommers, wenn sie in der Luft ihre Kreise ziehen. Doch Schwalben haben es mehr und mehr schwer, wenn sie aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zurück kehren, denn viele viele Hausbesitzer stören sich an den tierischen Mitbewohnern, entfernen ihre Nester und ergreifen Abwehrmaßnahmen, indem sie mögliche Schlupfwinkel verbauen. Grund ist vor allem die Verschmutzung der Hausfassade. Und das, obwohl Schwalben wie der Naturschutzbund (Nabu) betont, streng geschützt sind und das Zerstören ihrer Brutstätten unter Strafe steht.

Aber die Schwalben haben mit weiteren Widrigkeiten zu kämpfen: Ihnen setzt auch die sinkende Zahl von Insekten zu. Zudem würden Höfe und landwirtschaftliche Gebäude saniert werden, damit verlieren die Schwalben auch Einflugmöglichkeiten.

Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ will der Naturschutzbund Deutschland diesem Trend entgegenwirken und zeichnet Menschen aus, die an ihren Häusern die Schwalben ihr Nest bauen und brüten lassen. Sie erhalten eine schicke Plakette, die sie an ihrem Haus montieren können. Unterschieden wird zwischen Mehlschwalben und Rauchschwalben. Die Rauchscbwalbe zeichnet sich durch ihre rötliche Kehle und die langen Schwanzspieße aus.

Matthias Valkema, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Eckernförde, überreichte in dieser Woche die zwei ersten Auszeichnungen in seinem Gebiet. Neben der Looserin Ilse-Marie Stender besuchte er auch Angela Fuß aus Fleckeby. Seit 2013 bewohnt sie das Haus im Herweg und „die Schwalben waren schon da“, sagt sie. Ihre Nester haben die Vögel in den zwei Schuppen im Garten gebaut. Nicht alle sind jedes Jahr besetzt, aber fast immer gebe es auch Nachwuchs. „Jetzt ist mindestens ein Schwalbenpaar aktiv“, sagt Angela Fuß. Die Spuren auf dem Boden rund um das Nest sind eindeutig. „Kein Problem“, betont die Fleckebyerin, sie hätte alles, was nicht verdreckt werden darf, weggeräumt, und dann werde eben sauber gemacht. Auch ihre Kinder hätten große Freude daran, die Schwalben zu beobachten. „Die fliegen wirklich elegant“, sagt Angela Fuß. Als Nabu-Mitglied habe sie den Newsletter erhalten, darin sei die Aktion erläutert worden. Über ein Formular hat sie sich dann beworben.

Mit der Aktion möchte der Nabu die Akzeptanz für Schwalben und ihre Nester erhöhen sowie bestehende Brutplätze erhalten. Neben Ilse-Marie Stender und Angela Fuß hat Matthias Valkema noch drei weitere Bewerber im Altkreis Eckernförde. Auch sie wollen die Plakette erhalten.

Quelle: www.shz.de, Eckernförder Zeitung vom 02.06.2018, Achim Messerschmidt

Letzte Änderung am Montag, 04 Juni 2018 08:12
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