Erinnerungen an die Opfer

Mittwoch, 24 Januar 2018 20:02 geschrieben von 
HINRICH HERBERT RÜSSMEYER (3.V.L.) UND ANGELIKA RÜSSMEYER WERDEN AUF EINLADUNG DER KULTURINITIATIVE UM (V.L.) JOCHEN SCHWARZER, DR. ROLF WENZEL, FRIEDRICH NISSEN UND DR. REINER HERZOG ÜBER DAS SCHICKSAL DER MENSCHEN IN WEISSRUSSLAND WÄHREND DES 2. WELTKRIEGES BERICHTEN. HINRICH HERBERT RÜSSMEYER (3.V.L.) UND ANGELIKA RÜSSMEYER WERDEN AUF EINLADUNG DER KULTURINITIATIVE UM (V.L.) JOCHEN SCHWARZER, DR. ROLF WENZEL, FRIEDRICH NISSEN UND DR. REINER HERZOG ÜBER DAS SCHICKSAL DER MENSCHEN IN WEISSRUSSLAND WÄHREND DES 2. WELTKRIEGES BERICHTEN. AME


Vortrag am Freitag im „Kiek In“ über den Zweiten Weltkrieg in Weißrussland

An die jüngste Veranstaltung der Fleckebyer Kulturinitiative kann sich Dr. Reiner Herzog noch gut erinnern. Nils Aulike hatte Texte aus dem Ersten Weltkrieg vorgelesen, in denen die Grausamkeit des Krieges schonungslos dargestellt wurde. „Das hat lange bei mir nachgewirkt“, erzählt Herzog, Mitorganisator vieler Veranstaltungen der Kulturinitiative über die beklemmenden Berichte. Um ähnlich erschütternde Schicksale geht es auch bei der nächsten Lesung in Fleckeby. Am Freitag, 26. Januar, 19.30 Uhr, wird Hinrich Herbert Rüßmeyer im „Kiek In“ aus seinen Publikationen vorlesen. Seit der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl 1986 unterstützt er junge Familien, die in dem noch verstrahlten Gebiet von Tschernobyl leben. Zu den Aktivitäten gehört es aber auch, die Geschehnisse der beiden Weltkriege in Weißrussland historisch aufzuarbeiten.

In den Jahren 2002 bis 2012 führte Rüßmeyer Interviews mit Zeitzeugen zum Zweiten Weltkrieg in Weißrussland. Diese wurden ergänzt durch Gespräche mit Menschen, die sich in Weißrussland mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges beschäftigen. Daraus entstanden ist das Buch „Lepeler Kriegsschicksale“. Rüßmeyer dokumentiert darin die Lebenserinnerungen von rund 20 Männern und Frauen aus Belarus, die den Überfall auf ihre Heimat als Kinder oder junge Erwachsene erlebt haben. Im Blickpunkt steht dabei besonders die Region am Narotsch-See sowie der Bezirk um Lepel in Belarus. Aber auch Minsk spielt eine Rolle: Im November 1941 wurden Juden aus Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein ins Minsker Ghetto deportiert.

Die Berichte der Zeitzeugen werden von Angelika Rüßmeyer vorgetragen, der Autor selbst wird anhand von Fotos die historischen Zusammenhänge erläutern.Rüßmeyer lässt in seinem Buch die damalige Partisanin Anna zu Wort kommen, die im Sanitätsdienst half, um Widerstand gegen die Deutschen zu leisten. Sie erlebte mit, wie tausende Juden, aber auch Mitglieder der Kommunistischen Partei von Deutschen ermordet wurden. Die Vernichtung seines Dorfes musste Golod Naum Fraimowitsch mit ansehen. Die Familie flüchtete sich in die Wälder, Tiefflieger bombardierten die Dorfbewohner. Bis nach Kasachstan kam er mit seiner Mutter und Schwester, erst nach Kriegsende kehrten sie in ihre weißrussische Heimat zurück.

Es sind erschütternde Berichte über quälenden Hunger, zehrende Gewaltmärsche und nackte Todesangst – und auch über die zaghaften Schritte zur Aufarbeitung und Versöhnung.

Quelle: www.shz.de, Eckernförder Zeitung vom 24.01.2018, ame

Letzte Änderung am Mittwoch, 24 Januar 2018 06:05
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