Politik will Sportler nicht im Stich lassen

Dienstag, 03 April 2018 19:32 geschrieben von 
DIE LANGJÄHRIGEN VEREINSMITGLIEDER (V.L.) STEFAN NIMMRICH, UTE HANSEN SOWIE ILKA MOHR UND JANA MOHR WURDEN VON FRAUKE KANN AUSGEZEICHNET. DIE LANGJÄHRIGEN VEREINSMITGLIEDER (V.L.) STEFAN NIMMRICH, UTE HANSEN SOWIE ILKA MOHR UND JANA MOHR WURDEN VON FRAUKE KANN AUSGEZEICHNET. MESSERSCHMIDT


Höhere Beiträge beim SV Fleckeby / Politik sichert Unterstützung zu

Widerstand gegen die Beitragserhöhung blieb aus. Einstimmig votierten die knapp 50 anwesenden Mitglieder des SV Fleckeby auf der Versammlung dafür, die Beiträge anzupassen. „Die erste Anpassung seit neun Jahren“, betonte die Vorsitzende Frauke Kann. So zahlen Kinder und Jugendliche ab 1. Juli 6 statt 5 Euro pro Monat, Erwachsene 8 statt 7 Euro und Familien bei drei Personen 18 Euro, ab vier Personen 19 Euro. Erforderlich wurde dieser Schritt, weil sich die Einnahmen des Vereins im kommenden Jahr dramatisch reduzieren. Da dem SV ab 2019 die Rückzahlungen des Darlehens von der Tennissparte fehlen, geht der Vorstand von einer Unterdeckung von 8000 Euro aus (wir berichteten). „Unsere Gesamteinnahmen aus Beiträgen, Spenden und Zuschüssen liegen bei 65 000 Euro, die Ausgaben bei 73 000 Euro“, berichteten Frauke Kann und Kassenwart Harald Thielert. Vor allem machen dem Verein die 17 000 Euro schwer zu schaffen, die Jahr für Jahr für das Bürger- und Sportzentrum aufgewendet werden müssen. „Es kann nicht die Hauptaufgabe eines Sportvereins unserer Größe sein, das Geld für Rückzahlungen in ein Bürger- und Sportzentrum zusammenzubekommen“, so die Vorsitzende. Man wolle vielmehr seinen Mitgliedern eine vernünftige und qualifizierte Freizeitgestaltung bieten. Und die Zahl derer, die das nutzen, sinkt. 643 Mitglieder sind es aktuell, fünf weniger als im letzten Jahr. Harald Thielert erinnerte daran, dass vor gut zehn Jahren die Zahl noch bei 822 lag. Aus Sorge um die Zukunft des Vereins hat der Vorstand alle politischen Gruppierungen im Ort angeschrieben und auf die finanzielle Notlage aufmerksam gemacht. In den Antwortschreiben sicherten Wählergemeinschaft, SPD, CDU und SSW dem Verein Unterstützung zu. Vor der Wahl wollte aber niemand konkret werden. Auch nicht Bürgermeisterin Ursula Schwarzer. Sie garantierte, dass die Gemeinde den Verein nicht im Stich lasse. Zahlen über die Höhe eines Zuschusses konnte sie aber nicht nennen. „Ihr seid ein Teil der Familie“, sagte Schwarzer.

Wie die Unterstützung der Gemeinde aussehen könnte, da hat man sich im Vorstand schon Gedanken gemacht. „Vielerorts unterhalten die Gemeinden die Liegenschaften, wie Sportanlagen und Vereinsheime, und die Vereine sind Nutzer und zahlen eine Miete, so wie es auch für die Turnhalle praktiziert wird“, sagte Frauke Kann.

Als Ehrenvorsitzender meldete sich Gunnar Bock zu Wort. Allein der Neubau sei nicht der Grund für die Misere. Im alten Sportheim hätte es hohe Heizkosten gegeben, auch nur eine Erweiterung des Gebäudes hätte Geld gekostet und und erhöhte Reinigungs- und Unterhaltungskosten mit sich gebracht. „Es ist ein strukturelles Problem“, sagte Bock. Damit wies er auf den Mitgliederschwund und die damit verbundenen Einnahmenverluste hin. Der Rückgang der Mitgliederzahl sei in vielen Vereinen zu beobachten und auf gesellschaftliche Veränderungen zurückzuführen. Der Sportverein erfülle wichtige Funktionen und erbringe soziale und integrative Leistungen – Leistungen, die er der Gemeinde abnimmt. „Die Gemeinde muss für den Sportverein in die Bresche springen“, appellierte er an die Politik.

Quelle: www.shz.de, Eckernförder Zeitung vom 27.03.2018, Achim Messerschmidt

Letzte Änderung am Mittwoch, 04 April 2018 09:44
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