Bauen in Götheby: Kritiker befürchten Zersiedelung

Dienstag, 20 März 2018 07:17 geschrieben von 


Auf der Gemeinderatssitzung folgte das Gremium in allen Beschlüssen den in den Fachausschüssen getroffenen Empfehlungen.

Erneuten Diskussionsbedarf gab es aber bei der baulichen Entwicklung der Gemeinde. Nach Behördengesprächen habe sich ergeben, dass letztlich nur die Fläche an der Krogkoppel bebaut werden konnte. Bei anderen Flächen, auch innerorts, würden unterschiedliche Gründe wie Eigentumsverhältnisse oder der Naturschutz dagegen sprechen, machte Ursula Schwarzer deutlich.

Baugebiet: Kritiker warnen vor Zersiedelung

So fasste die Gemeinde Fleckeby mehrheitlich den Grundsatzbeschluss, vorzugsweise in der Ortslage Götheby, die Ausweisung eines Neubaugebiets vorzunehmen. Auf dieser Basis können dann die Interessenlagen der Gemeinde dargelegt und durch die Fachbehörden vertiefend geprüft werden. Dies wären die Auswirkungen der Verkehrsströme durch die zusätzlichen Wohneinheiten oder Fragen der Schulwegsicherung. Zudem beabsichtigt die Gemeinde, die Grundstücke selber zu vermarkten. Friedrich Nissen stimmte dem nicht zu. Er erinnerte an die Flächenanalyse des Ingenieurbüros. Schon damals sei darauf hingewiesen worden, dass eine Bebauung dort den Ortsteil Götheby weiter verändern würde, es fehle ihm ein Dorfkern und eine Infrastruktur. Nissen befürchtete eine Zersiedlung des Ortes. Stattdessen sollte nach Alternativen gesucht werden.

Schon zu Beginn der Sitzung kritisierte Hans-Jürgen Bartelsen die Entscheidung der Gemeinde, in Richtung Hummelfeld zu wachsen. In der Einwohnerfragestunde warf er der Gemeinde vor, sich nicht genügend für eine Bebauung im Dorfkern einzusetzen und hatte einen langen Fragenkatalog dabei. „Fleckeby muss zusammen- und nicht auseinanderwachsen“, forderte Bartelsen mit Blick auf die Fläche in Götheby. Sein Favorit ist vielmehr eine Fläche hinter der Tennishalle, die nach Auskunft der Gemeinde aber aus Gründen des Landschaftsschutzes nicht zu bebauen sei, das hätten die Genehmigungsbehörden festgestellt. Das wollte Bartelsen so nicht hinnehmen. Für ihn habe eine Bebauung durchaus Aussicht auf Erfolg, wenn man sich nur ausreichend dafür einsetzen würde. Zudem handele es sich bei der Fläche um Gemeindeeigentum, also um ein „Sahnestück“. Für Bürgermeisterin Schwarzer gingen Bartelsens Einwände spätestens dann zu weit, als dieser der Gemeinde vorwarf, die Bürger nicht ernst zu nehmen und sie entzog ihm das Wort.

Zuvor hatte die Versammlung sich schon um den Ausbau des Dachgeschosses vom Bürger- und Sportzentrum beraten. Gut 200 000 Euro würde es kosten, die Räume nicht nur herzurichten, sondern vor allem für die erforderlichen Fluchtwege und behindertengerechten Zuwegungen zu sorgen. Gemeindevertreter Friedrich Nissen (SPD) betonte, dass es der Gemeinde durchaus einiges wert sein sollte, den Dachboden auszubauen, Chöre und Orchester könnten die Nutzer sein. „Sie würden das Bürgerzentrum weiter mit Leben füllen“, sagte er. Ganz aus den Augen verlieren dürfe man dieses Bauvorhaben daher nicht. Letztlich beschloss die Gemeindevertretung einstimmig, vorerst nicht in den Ausbau zu investieren. ame Weiterer Bericht folgt

Quelle: www.shz.de, Eckernförder Zeitung vom 17.03.2018, Achim Messerschmidt

Letzte Änderung am Donnerstag, 22 März 2018 06:46
Gelesen 632 mal
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit Stern * zu füllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok