SV Fleckeby in finanzieller Not

Freitag, 02 März 2018 16:46 geschrieben von 


Ab 2019 droht ein Defizit von jährlich 8000 Euro.

Mit einem finanziellen Defizit von rund 8000 Euro rechnet der Sportverein Fleckeby ab dem kommenden Jahr. Einnahmen von etwa 65 000 Euro stünden Ausgaben von rund 73 000 Euro gegenüber, berichtete die Vereinsvorsitzende Frauke Kann auf der Sitzung des Jugend-, Kultur- und Sportausschusses am Dienstagabend. Angesichts dieser drohenden Misere hat der Verein an die politischen Parteien der Gemeinde einen Brief geschrieben, ihnen die Finanzlage dargestellt und um Unterstützung gebeten. Im Ausschuss waren sich die Mitglieder zunächst nicht einig, ob der Brief Thema der Sitzung sein sollte, schließlich war dieser ja an die Fraktionen gerichtet und nicht an die Gemeinde. Man kam überein, dass der Vereinsvorstand durchaus im Ausschuss berichten solle, Lösungen könnten aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgearbeitet werden. „Wir wollten zunächst die Parteien informieren“, sagte Frauke Kann. Da im Mai die Kommunalwahl stattfindet, werden sich auch die derzeitigen Ausschüsse in ihrer Zusammensetzung verändern, ergänzte Hans Maurer, Leiter der Tennissparte.

Kassenwart Harald Thielert berichtete, dass es dem Sportverein viele Jahre lang sehr gut ging. So gut, dass er der Tennissparte, die autark und weitestgehend abgekoppelt vom SV agiere, vor knapp 40 Jahren ein Darlehen für den Bau der Tennishalle gewähren konnte. 12 000 Euro zahlte die Sparte Jahr für Jahr an den SV zurück. Damit konnte in den vergangenen sieben Jahren die Unterdeckung in der Kasse ausgeglichen werden. „Die stille Reserve ist jetzt aufgebraucht“, betonte Thielert. Und im kommenden Jahr ist die Tennishalle abgezahlt, die Rückzahlungen fallen somit ab 2019 weg.

Der SV-Vorstand gestand zudem ein, vor sechs Jahren etwas „blauäugig“ an das neue Bürger- und Sportzentrum herangegangen zu sein und die Kosten nicht in vollem Umfang überblickt zu haben.

Das Gebäude beherbergt neben Umkleideräumen und sanitären Anlagen für die Sportler auch eine Gaststätte und die Krippe der Gemeinde. Mit einem Drittel ist der Sportverein an der Finanzierung des Neubaus beteiligt. Das sind 6000 Euro pro Jahr. Nun kommen aber auch anteilig die Betriebs- und Reinigungskosten hinzu. „Insgesamt müssen wir rund 17 000 Euro aufbringen“, sagte Frauke Kann. Zu Zeiten des alten Sportheims habe der Wirt als Pächter die Reinigung übernommen, erinnerte sie an die Zeit vor dem Neubau. „Würden wir heute wieder vor der Entscheidung stehen, ob wir ein Sport- und Bürgerzentrum in dieser Form bauen und finanzieren, würden wir das nicht machen“, so Thielert. Finanzielle Unterstützung ist auch von der Tennissparte nicht zu erwarten. Diese müsse sich auf ihre Kosten konzentrieren: „Bei der 37 Jahre alten Tennishalle gibt es einen Sanierungsbedarf von annährend 200 000 Euro“, berichtete Maurer.

Aktuell zählt der SV Fleckeby mehr als 650 Mitglieder. Auf der Mitgliederversammlung am 23. März wird der Vorstand – erstmals nach neun Jahren – eine Beitragserhöhung um 13 Prozent beantragen und auf ein positives Votum der Versammlung hoffen. Von der Gemeinde erhoffen sich die Sportler, dass beispielsweise die Zuschüsse von derzeit 18 Euro pro jugendlichem Mitglied angehoben werden. Die Optimallösung wäre aber, so Frauke Kann, dass die Gemeinde die Liegenschaft übernimmt. „Die Gemeinde wird Eigentümer, der Verein der Nutzer“, wünschte sich die Vorsitzende ein ähnliches Modell wie bei der Turnhalle, bei der der SV ebenfalls Miete zahle.

Wenn auch keine Zusagen, so gab es zumindest viel Zuspruch für die Sportler. „Wir werden nicht zulassen, dass der Verein insolvent wird“, stellte Bürgermeisterin Ursula Schwarzer (SPD) klar. Das versicherten auch die Ausschussmitglieder, die dem Verein eine besondere Bedeutung für das Gemeindeleben zusprachen. „Das macht Mut und ist Motivation für uns, weiter zu kämpfen“, dankte Frauke Kann dem Gremium.

Quelle: www.shz.de, Eckernförder Zeitung vom 01.03.2018, Achim Messerschmidt

Letzte Änderung am Freitag, 02 März 2018 06:18
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