Mehr Tempo beim digitalen Lernen

Donnerstag, 09 November 2017 20:30 geschrieben von 
DIE ARCHITEKTEN NILS KRÄMER UND SANDRA FLOHR HABEN SEIT KURZEM IN IHREM BÜRO IN FELLHORST SCHNELLES INTERNET. DIE ARCHITEKTEN NILS KRÄMER UND SANDRA FLOHR HABEN SEIT KURZEM IN IHREM BÜRO IN FELLHORST SCHNELLES INTERNET. Messerschmidt


29 Glasfaseranschlüsse für den Bildungscampus Louisenlund / Schnelles Internet für rund 560 Kunden bis Jahresende.

Zwei Kilometer Glasfaserleitungen wurden in den vergangenen Monaten auf dem Internatsgelände und auf dem Weg dorthin verbaut, um die 29 Gebäude des Bildungscampus mit schnellem Internet zu versorgen. Die Stiftung ist damit einer von derzeit rund 270 Anschlussnehmern aus Güby, Fleckeby und Hummelfeld, bei denen die Stadtwerke Schleswig Licht auf das Glasfasernetz geschaltet haben. Bis Ende des Jahres kommen noch weitere 290 hinzu. Damit stehen diesen Kunden Bandbreiten von 200 Mbit pro Sekunde zur Verfügung. Die Louisenlunder können mit 250 Mbit surfen. „Wir können auf Wunsch bis zu zehn Gigabite anbieten“, betonte Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs gestern bei der offiziellen Aktivschaltung des Netzes.

Als „beispielhaft für das Land“ bezeichnete Schulleiter Dr. Peter Rösner das Projekt, das die Stadtwerke gemeinsam mit dem Breitbandzweckverband im Amt Schlei-Ostsee und Kappeln auf den Weg gebracht haben. Hohe Bandbreiten und ein stabiles Netz seien Voraussetzung für die Digitalisierung, so Rösner weiter. Als Schule profitiere man enorm von dieser Technik. „Schulklassen sind heterogen“, sagte er. Das stelle die Lehrer vor besondere Herausforderungen, um allen Schülern gerecht zu werden und sie zu fördern. Es gebe entsprechende Programm, beispielsweise in der Mathematik. Dabei bekommen die Schüler genau die Aufgaben, die ihrem Lernstand entsprechen. Jeder Schüler erhält bei fehlerhaften Ansätzen sofort individuelle Hilfestellungen und Fehlerquellen werden ermittelt. Die Lehrer wissen dann, wo sie bei den Schülern anzusetzen habe. Doch damit dieses Programm laufe, brauche es hohe Bandbreiten, lange Ladezeiten dürften nicht sein.

Zweckverbandsvorsteher Hartmut Keinberger und Amtsdirektor Gunnar Bock hoben den schnellen Start und das hohe Tempo beim Ausbau des Breitbandnetzes hervor. Vertragsabschluss war im November 2016, der erste Infotag im Januar, Baubeginn im März. „Wären wir zurückhaltender vorgegangen, hätten wir Probleme bekommen“, sagte Bock. So würden andere Zweckverbände jetzt Schwierigkeiten haben, Material zu bekommen. Auch sei in nächster Zeit durchaus mit höheren Zinsen zu rechnen, die das 32-Millionen Projekt deutlich teurer gemacht hätten. Man habe sogar auf Fördergelder des Bundes in Millionenhöhe verzichtet, um das Projekt zügig voranzubringen, so Bock. 2020 soll der Glasfaserausbau im Amtsgebiet abgeschlossen werden.

Alles andere als zentral liegt das Büro von Sandra Flohr und Nils Krämer. Das Architekten-Ehepaar arbeitet seit rund einem Jahr in Fellhorst und hat sich bewusst für den Hummelfelder Ortsteil entschieden. Mit ihren drei Kindern leben die beiden schon seit etwa drei Jahren in Fellhorst, ihr Büro „Edit“ war zuvor in Eckernförde. „Wir wussten, dass das schnelle Internet nach Fellhorst kommt“, sagt Nils Krämer, daher habe man sich gerne aus Eckernförde verabschiedet und sich für die Natur und das Land entschieden. Als Freiberufler optimal und ein Gewinn an Lebensqualität. Wohnen und Arbeiten an einem Ort, das sei ihr Wunsch gewesen. In dem Haus, in dem sie unter dem Dach ihr Büro haben, ist seit wenigen Wochen ans Glasfasernetz angeschlossen.

Das Breitbandprojekt sei schon seit langem das Thema im Ort, viele wollten es angesichts der schlechten Infrastruktur haben. Auch Flohr und Krämer mussten zuvor mit einigen Komplikationen klar kommen. „Telefon lief über Satellit“, erzählt Krämer, „die Gespräche waren zeitverzögert und das Internet sehr langsam“, ergänzt seine Frau. „Als Architekten brauchen wir natürlich ein funktionierendes Netz“, betont Nils Krämer. Die mit dem Bau verbundenen Unannehmlichkeiten, wie offene Gräben und aufgerissene Gehwege seien zwar nicht schön, müssten aber in Kauf genommen werden. Außerdem haben sie feststellen müssen, dass die laut Vertrag zugesicherte Bandbreite von 200 mbit nicht erreicht werde. Kein Einzelfall, teilte Jens Gieselmann von den Stadtwerken auf Nachfrage mit. Dieser Leistungsverlust läge aber an den Bedingungen innerhalb des Gebäudes, so könne ein großer Abstand zwischen Router und Empfangsgerät das heimische WLAN ausbremsen. Er versicherte, dass auf Nachfrage Mitarbeiter der Stadtwerke vor Ort nachmessen würden. Auch Gunnar Bock konnte berichten, dass Störungen oder Mängel vom Schleswiger Unternehmen zügig behoben wurden.

Das Breitbandprojekt wird am 8. Dezember auch in Fleckeby gefeiert. Zum „Lichterfest“ um 17.30 Uhr wird Ministerpräsident Daniel Günther erwartet.

Quelle: www.shz.de, Eckernförder Zeitung vom 09.11.2017, Achim Messerschmidt

Letzte Änderung am Donnerstag, 09 November 2017 06:35
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